Inhalt zu Geschichte des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF)
Alles begann mit Agnes Neuhaus
Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) geht auf die Initiative der Dortmunder Sozialreformerin und Politikerin Agnes Neuhaus zurück. Gemeinsam mit anderen engagierten katholischen Frauen gründete sie 1899 in Dortmund den „Verein vom Guten Hirten“. Anlass dafür war die Beobachtung, dass viele Frauen und Mädchen in schwierigen sozialen Lebenslagen kaum Unterstützung fanden. Neuhaus war überzeugt, dass Frauen in solchen Situationen anderen Frauen besonders gut helfen können. Diese Grundidee – „Hilfe von Frauen für Frauen“ – prägt die Arbeit des Verbandes bis heute.
Der Verein entwickelte sich in den folgenden Jahren schnell weiter. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Name zunächst in „Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen und Frauen“ und 1903 schließlich in „Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder“ geändert. Mit der zunehmenden Professionalisierung der sozialen Arbeit erhielt der Verband 1968 seinen heutigen Namen: Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Von Dortmund aus verbreitete sich die Idee in ganz Deutschland. Schon wenige Jahre nach der Gründung entstanden zahlreiche Ortsvereine, die Frauen, Kindern und Familien in Not unterstützten. Anfangs standen vor allem Frauen im Mittelpunkt, die gesellschaftlich ausgegrenzt waren – etwa ledige Mütter, Prostituierte oder Frauen ohne familiären Rückhalt.
Der SkF in Karlsruhe
Auch in Karlsruhe fand die Idee des Vereins früh Anklang. Auf Anfrage des Stadtpfarrers von St. Stephan, ob auch hier eine „systematische Rettungsarbeit an sittlich Gefährdeten und Gefallenen“ aufgebaut werden könne, gründete Maria Matheis im Jahr 1906 den Karlsruher Ortsverein des Katholischen Fürsorgevereins.
Zu den ersten Hilfesuchenden gehörten vor allem ledige Mütter und schwangere Frauen. Viele von ihnen waren von Rheinschiffern verlassen worden und standen ohne Unterstützung des Kindsvaters da. Für diese Frauen gab es damals kaum soziale Absicherung. Der Verein unterstützte sie in schwierigen Lebenssituationen und half ihnen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln. Schon bald übernahm der Karlsruher Ortsverein eine weitere wichtige Aufgabe: die Vormundschaft für uneheliche Kinder. Ehrenamtlich engagierte Frauen begleiteten diese Kinder und setzten sich für ihre Rechte und ihr Wohlergehen ein.
Maria Matheis, Foto aus dem Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/54a
Entwicklung zum Fachverband sozialer Arbeit
Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der SkF von einer überwiegend ehrenamtlich getragenen Initiative zu einem professionellen Fachverband der sozialen Arbeit. Heute arbeiten im Verband hauptamtliche Fachkräfte und Ehrenamtliche eng zusammen. Die Angebote richten sich an Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die sich in unterschiedlichen Not- und Konfliktsituationen befinden. Ziel ist es dabei immer, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.
Organisatorisch ist der SkF bundesweit aufgebaut: Neben dem Gesamtverein mit Sitz in Dortmund gibt es Diözesanvereine sowie zahlreiche rechtlich selbstständige Ortsvereine, die regional tätig sind. In der Erzdiözese Freiburg arbeiten mehrere Ortsvereine zusammen und gestalten die soziale Arbeit in ihren jeweiligen Regionen. Das Ziel des Sozialdienst katholischer Frauen ist über all die Jahre hinweg gleich geblieben: Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.